Mondknotenachse in Zwillinge-Schütze

In einem vorherigen Artikel zur Mondknotenachse am 28. März hatte ich es bereits angekündigt, dass die Mondknotenachse am 5. Mai die Zeichen wechselt. Ab heute früh steht der aufsteigende Mondknoten in Zwillinge, der absteigende in Schütze. Diese Achse steht grundsätzlich für Lernaufgaben und globale Themen, die wir zu bewältigen haben. Dabei symbolisiert der absteigende Mondknoten den Teil der Thematik, der etwas in den Hintergrund gerät, der aufsteigende den Teil, der jetzt besonders aktiviert werden soll und in den Fokus der Aufmerksamkeit kommt.

Die Achse Zwillinge-Schütze ist grundsätzlich die Lern- und Erkenntnisachse. Auf ihr geht es um Wissenserwerb, Weisheitsgewinn, um Beweglichkeit, unseren Bewegungsradius, kurze Ausflüge, längere Reisen und unsere geistige Entwicklung. Auch Handel, Tausch, Austausch, Vermittlung und Veröffentlichung gehören mit dazu.

Diese ganze Achse ist in den letzten Wochen beeinträchtigt gewesen: Die Schulen und Bildungseinrichtungen hatten geschlossen, viele Geschäfte ebenso, Reisen, Kultur und Handel waren bzw. sind nur sehr eingeschränkt möglich.

Der Bereich, der jetzt besonders aktiviert wird, ist Zwillinge. Zwillinge steht für das “kleine Lernen”. Damit sind z. B. die Grundschule gemeint oder auch eine Broschüre, die wir lesen. Die Diskussion um die Wiedereröffnung der Schulen ist in Deutschland gerade im großen Gange.

Schütze, als Repräsentant für die höhere Bildung an Universitäten oder die Weiterbildung in Seminaren stecken derzeit zurück. Hochschulen sind online ins neue Semester gestartet, und das wird auch vorerst noch so bleiben.

Schütze blickt eher in die Ferne und da reist man gern. Auch das bleibt uns noch verwehrt. Als Thema am absteigenden Mondknoten tritt es zurück und wird sicherlich auch weiter diskutiert werden, bevor es sein neues normales Maß findet. Bei Themen auf der gesamten Mondknotenachse ist damit zu rechnen, dass sie sich in Zukunft verändern werden. Für das Reisen gilt das sicherlich ganz besonders. Tourismus und unbekümmertes Fliegen rund um den Erdball hatten in den letzten Jahren teilweise bedenkenswerte Auswüchse angenommen; Flüge waren seltsam billig und die Airlines haben geboomt. Jetzt haben es diese Branchen sehr schwer und stehen teilweise vor dem Ruin. Urlaub findet in diesem Jahr wohl eher ganz in der Nähe statt und seltener in weiter Ferne.

Zwillinge hat eine starke Beziehung zur Nachbarschaft, zu lokalen Geschäften und kleinen Läden. Hier liegt derzeit für uns alle der Hauptaktivitätsbereich. Wir kaufen vor Ort ein und sprechen vielleicht mehr als sonst mit unseren Nachbarn, denn Besuche und Kontakte sind ja weitgehend eingeschränkt. Große Läden (siehe die 800 qm-Regel), Großhandel, weitere Fahrten oder längere Besuche haben jetzt keine Konjunktur – sie entsprechen dem Zeichen Schütze.

Zwillinge steht auch für klare, kurze, faktische Informationen. Ich glaube, diese waren selten so gefragt wie zur Zeit. Was zu kurz kommt, ist womöglich die Einordnung der Fakten in Gesamtbilder und größere Zusammenhänge – das entspricht eher Schütze. Auch Glaubensausübung (Schütze) wird zumindest im öffentlichen Raum noch eingeschränkt sein.

Wenn wir es als Auftrag verstehen wollen, dann bedeutet Zwillinge, offen und neugierig für Fakten jeder Art zu bleiben. Ein Stück hinter uns lassen dürfen wir unsere festen Weltbilder (Schütze). Auch die Frage “Wer hat Recht?” bringt uns aktuell nicht sonderlich weiter. Die Schützeenergie steht für Weltbilder, Glaubenssysteme, Überzeugungen, Philosopien und Denkrichtungen. Hier scheiden sich gerade sehr stark die Geister. Wer zu “dieser Denkrichtung” gehört, gehört nicht zu jener. Wir brauchen daher aktuell mehr Zwilling-Energie: Austausch, Zuhören, Neutralität und Vermittlung.

Wir müssen wohl mit Zwillinge-Mondknoten lernen, uns verständlich auszudrücken und unsere Inhalte adäquat zu formulieren. Dabei ist die Aufmerksamkeitsspanne nicht sonderlich hoch. Kurz und prägnant kommt besser an als kompliziert und langatmig.

Unsere einstige starke Globalisierung (Schütze) muss wieder auf ein gesundes Maß an Lokalität zurückgeschraubt werden. Denn schon jetzt machen sich internationale Abhängigkeiten, gerade auch im Warenverkehr und Zulieferungsbereich, unangenehm bemerkbar. Nachbarschaftshilfe (Zwillinge) zählt mehr denn je, die Biokiste ist Gold wert und eine Lieferung vom örtlichen Lebensmittelhändler gerade genau das, was viele Menschen brauchen.

Überall, wo zu stark expandiert wurde (Schütze), sind jetzt neue, kleinere Lösungen verlangt. Wir werden wohl Bescheidenheit lernen dürfen. Bis zum Januar 2022 haben wir jetzt Zeit dafür. Und natürlich gibt es auch direkt schon Nachteile, die sich bemerkbar machen. Immer kürzer werden die Aufmerksamkeitsspannen und immer schneller muss alles entschieden werden. In einem Landtag z.B. dürfen die Parlamentarier nicht mehr fünf Minuten sprechen, sondern nur noch eine. Solche Regelungen werden wir künftig wohl häufiger bemerken. Die Gefahr liegt dann darin, dass wir immer oberflächlicher und hektischer werden, nichts mehr in Ruhe durchdenken und komplexe Sachverhalte nicht mehr durchdringen.

Ich bin gespannt, was wir daraus machen! 🙂

Alles Liebe euch,
Sabine