Neptun in Fische und die Heiligen

Neptun in Fische und die Heiligen

Der rückläufige Merkur befindet sich in seiner stationären Phase – kurz nach der Umkehr in die Direktläufigkeit – in Fische, ganz in der Nähe von Neptun. Wir haben gerade einen neuen Papst bekommen, der sich als erster “Franziskus” nennt in der Geschichte der Päpste. Ich bin auf den Heiligen Franziskus bewusst aufmerksam geworden, kurz nachdem Neptun letztes Jahr in Fische lief. Ich kannte ihn zwar vorher schon dem Namen nach, doch ein intensiveres Interesse an ihm fehlte mir zunächst noch.

Über den wundervollen Film “Bruder Sonne, Schwester Mond” von Franco Zeffirelli, den ich bei meinem lieben Kollegen und Freund Christopher Weidner zum ersten Mal Ostern 2012 sah, habe ich mehr von der Geschichte des Heiligen Franziskus und der Heiligen Klara von Assisi erfahren. Mittlerweile habe ich den Film sicherlich schon zehnmal oder öfter gesehen.

Ist es Zufall, dass dies alles gerade jetzt passiert, mit Neptun in Fische? Mitnichten.

Der heilige Franziskus, 1181 oder 1182 in Assisi in Italien geboren, erlebte ebenfalls Neptun in Fische während seines Lebens. Und wer die Umlaufzeit von Neptun kennt, nämlich 165 Jahre einmal um die Sonne bzw. einmal durch den Tierkreis, der weiß, das ist nicht selbstverständlich. Nicht jeder Mensch wird eine Zeit mit Neptun in Fische erleben.

Von 1193 bis 1206 stand Neptun damals in Fische. Es waren für Franziskus prägende Jahre. Er war als Sohn von Pietro Bernardone, einem reichen Tuchhändler, zur Welt gekommen. Er war dazu auserkoren, das elterliche Unternehmen weiterzuführen und lernte, was dafür nötig war. Als es 1202 zum Krieg zwischen Assisi und Perugia kam, zogen er und seine Freunde mit – sie wollten Ruhm und Ehre erlangen. Franziskus geriet jedoch in Gefangenschaft, wurde krank und war fortan nicht mehr derselbe.

Er wurde still, ernst und einzelgängerisch, zog sich häufig in die Natur zurück und suchte die Nähe Gottes. Neptuns letzte Spuren im Zeichen Fische waren es, die ihn zur letztendlichen Umkehr bewogen: Eine für ihn alles verändernde Begegnung mit einem Leprakranken, den er nicht – wie früher – als Aussätzigen mied, sondern diesmal brüderlich umarmte. Und die Stimme Gottes, die er vernahm, als er betend in der verfallenen Kirchenruine von San Damiano verweilte. Diese unterwies ihn, das verfallene Haus Gottes wieder aufzubauen, was Franziskus dann sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne tat.

Mit Neptuns Eintritt in Widder begann dann seine aktive Umkehr. Von seinem Vater des Diebstahls angeklagt, weil er einige Tuchballen aus dem elterlichen Besitz verkauft hatte, um Geld für den Aufbau der verfallenen Kirche zu haben, entledigte Franziskus sich vor den Augen des Bischofs und einer großen Menschenmenge seiner Kleidung und all seiner Habe und gab sie seinem Vater mit den Worten zurück: “Du bist nicht mehr mein Vater. Vater nenne ich nur noch den im Himmel.” Als Bettelmönch führte er fortan ein Leben der Entsagung.

Er wurde zunächst verspottet und verlacht. Was jedoch daraufhin geschah, ahnte damals niemand. Er zog schon bald 12 Mitbrüder an und gemeinsam gründeten sie einen Orden. Der Armut verpflichtet, zogen sie auch in andere Länder. Und so wuchs ihre Gemeinschaft rasch. Es kamen immer mehr Brüder dazu, so dass es schon während Franziskus’ Lebzeiten mehrere Tausend waren! Das war eigentlich nie sein Ziel gewesen, und doch kam es so.

Die Heilige Klara kam in Assisi zur Welt, just als Neptun gerade in die Fische lief. Sie stammte aus einer adligen Familie. Ihre Mutter hatte der Überlieferung nach schon vor der Geburt ihrer Tochter einen Traum, in dem ihr gesagt wurde, dass ein Licht von ihrem Kind ausgehen werde.

Klara war fasziniert von Franziskus und wurde seine Anhängerin. Im Frühjahr 2012 floh sie von zu Hause und legte bei Franziskus die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab. Als man versuchte, sie nach Hause zurückzuholen, zeigte sie große Entschiedenheit. Kurz darauf folgte ihre Schwester Agnes ihr nach. Etwas später eine weitere ihrer Schwestern und schließlich auch deren Mutter. Es entstand der Frauenorden der Franziskaner.

Das Vorbild von Franziskus und Klara zog Hunderte und Aberhunderte von Menschen in ihren Bann. Viele adlige und reiche Frauen folgten damals Klaras Vorbild und es entstanden Klöster über Klöster in ganz Europa. Was beide aufzubauen vermochten, die vielen Wunder, die sie wirkten, und auch ihr Einfluss auf die Kirche, kann ich hier an dieser Stelle nicht alles beschreiben. Vielleicht inspiriert es dich und du liest selbst etwas darüber.

Doch ich komme zurück auf meine Eingangsworte, dass wir nun wieder an der Schwelle eines solchen Zeitenwandels stehen… Neptunische Qualitäten durchweben die Geschichte der beiden Heiligen, Klara und Franziskus: Besitzlosigkeit, Außenseitertum, Fürsorge für Aussätzige, Verzicht, Entsagung, Rückkehr zum eigentlichen Göttlichen, fernab von Systemen. Was das in unserer heutigen Zeit bedeuten wird, bleibt abzuwarten. Doch vielleicht siehst und spürst auch du einen sich anbahnenden Wandel. Wachsenden spirituellen Mut, sich offenbarende göttliche Kräfte. Ich nehme es deutlich wahr, in mir selbst und anderen.

Um diese Qualitäten wieder so zu erfahren wie wir es jetzt können, müssten wir nach Ablauf dieser ca. 14-jährigen Phase wieder 150 Jahre warten… Insofern kann ich nur sagen: Nutzen wir sie doch besser jetzt! Vielleicht interessiert dich das Leben eines oder einer Heiligen oder du fühlst dich auf andere Art zu Göttlichem hingezogen. Selten wird es für dich deutlicher zu empfinden sein als gerade jetzt. Auch in diesem Jahr nicht mehr, weil die schnellen Planeten das Zeichen Fische jetzt bald alle nacheinander verlassen. Und sie geben oft den Anstoß zu dem größeren Thema, das der langsamlaufende Planet, hier Neptun, als Grundlage anzeigt.

Neptun hat mich in den vergangenen Tagen des rückläufigen Merkurs in Fische so sehr inspiriert, ja mit Inspiration geradezu überschüttet. Vieles davon empfinde ich als göttlich geführt. So entstand Stoff für eine Serie von fünf Webinaren über Neptun. “Neptun und die Sehnsucht nach Erlösung” heißt diese Serie und handelt von allem, was wir mit Neptun verbinden – Sucht, Sehnsucht, Kunst, Gott, Musik, Rückverbindung, Ichauflösung und vielem, vielem mehr. Ich habe dazu wundervolle Horoskope von neptunischen Menschen und Ereignissen gefunden, ja, ich muss schon fast sagen “geschickt bekommen”, weil alles sich so mühelos gefügt hat.

Die Serie startet am Karfreitag, den 29. März um 17 Uhr. Hier geht es zum ersten Teil: Neptun & die Sehnsucht nach Erlösung – Teil 1 Alle weiteren Teile findest du hier: Neptun Teil 1-5

Ich würde mich freuen, dich dort begrüßen zu dürfen.
Neptunische Grüße von
Sabine

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