Die Rauhnächte

Die Rauhnächte

Liebe Leserin,
lieber Leser,

bald ist es wieder so weit und wir befinden uns im Niemandsland. Ich liebe sie – die Zeit „zwischen den Jahren“. Du auch? Dann hast du dich sicherlich auch schon einmal gefragt, warum es eigentlich „zwischen“ den Jahren heißt. Zwischen welchen Jahren genau?!?

Das hängt mit der Entstehung des Kalenders, dem Mond- und dem Sonnenjahr zusammen, mit der Festlegung des Weihnachtsfestes und des Jahresbeginns. Hier gab es im Laufe der Jahre immer wieder Veränderungen. Vor allem durch den Umstieg vom Mondjahr auf das Sonnenjahr ergaben sich Lücken zwischen dem Beginn des einen und dem Beginn des anderen Jahres. So gab es eine „unklare Zeit“, die dann eben „dazwischen“ landete, deswegen nennt man sie auch die „krummen Tage“. Es sind die, die nicht so recht ins System passen und die „übrig bleiben“.

Auch in meinem „Jahressystem“ bleiben sie übrig – ich nehme sie mir nämlich schlichtweg frei. Es findet nur ein Event statt, die Jahreswechsel-Meditation am 30. Dezember. Das passt aber auch sehr gut in diese Zeit. Ansonsten widme ich mich meinen ganz persönlichen Anliegen in den Rauhnächten, meinen Interessen, die zu anderen Zeiten zu kurz kommen, und meiner Familie. Häufig bin ich in vergangenen Jahren in genau diesen stillen Tagen in meinem regelmäßigen zehntägigen Vipassana-Schweigeretreat gewesen. Ich liebe es, mich dann ganz in mich selbst zurückzuziehen.

Man spricht auch von den „heiligen Tagen“, die am 21. Dezember, der Thomasnacht, oder am 25. Dezember, dem 1. Weihnachtstag, beginnen können. Je nach Gegend und Landstrich ist der Brauch ein wenig anders. „Heilig“ sind die Tage schon allein um diese Zeit, weil sie so kurz sind in unseren Breiten. Heilig sind sie aber auch, weil sich hier der Sonnengott (das 12-monatige Sonnenjahr) und die Mondgöttin (das 13 Mondumläufe umfassende Mondjahr) treffen und für göttlichen Nachwuchs sorgen. Alles, was jetzt geboren wird, ist besonders gesegnet. Heilig ist die Ruhe und Besinnlichkeit, die sie ausstrahlen. Heilig ist die tiefe Dunkelheit, die uns ganz nah an unser Innerstes Selbst führt.

Die Tage zwischen den Jahren sind eigentlich mehr Nächte als Tage, währt doch die Nacht zu dieser Zeit viel länger als der Tag. Die „Zwölfnächte“, wieder ein anderer Name für sie, können als „stille Zeit“ gut für Fragen, Orakel und Traumdeutung genutzt werden, wenn man sie nicht ganz meditierend und schweigend verbringen möchte ;-). So werden die Rauhnächte nämlich schon seit Urzeiten begangen. Wenn du am 25. Dezember beginnst, dann enden die Rauhnächte für dich am Sonntag, den 6. Januar. Es passt schon deshalb so gut, weil einige sicherlich vom 2. bis 4. Januar noch frei haben. Wenn du am 21. Dezember, der Thomasnacht, mit deinen 12 Rauhnächten beginnst, enden sie eben entsprechend früher.

Was kannst du an diesen Tagen tun? Nimm dir viel Zeit für Innenschau. Mithilfe von Zeiten der Stille, der Meditation, mit Aufnahme der göttlichen Energien und was auch immer. Und wenn du spürst, dass du ruhig geworden bist und in dir ruhst, kannst du täglich ein dir sympathisches Orakel befragen. 12 Tage – 12 Orakel – 12 Monate im neuen Jahr. Jedes Tagesorakel steht dann also entsprechend für einen der kommenden Monate. Vielleicht möchtest du jeden Tag eine Karte ziehen? Vielleicht hast du auch Runen oder besondere Würfel, die du wirfst? Vielleicht liest du Kaffeesatz oder deutest deine Träume?

Du kannst dir auch ein einfaches Orakel selbst basteln. Dazu nimmst du einfach eine Streichholzschachtel mit neuen Hölzchen, leerst den Inhalt komplett in eine Hand, schüttelst diese ein bisschen und wirfst dann die Hölzchen auf eine ausreichend große Fläche. Sie werden in einem bestimmten Muster zu liegen kommen, das du intuitiv deuten darfst! Oder vielleicht kennst du das Gummibärchenorakel? Eins meiner Lieblingsorakel! Besorge dir dazu einfach eine Tüte Gummibärchen (Achtung, nicht aufessen!!) und zieh 5 Bärchen. Dann geh auf die Seite: www.gummibaerchen-orakel.ch. Das Orakel basiert auf Farbpsychologie und ist einfach der Knaller.

Hast du auch frei zwischen den Jahren? Dann belasse es auch dabei und nimm dir nichts weiter vor. Außer… am Kamin oder in der warmen Stube zu sitzen und still zu sein in dieser stillen Zeit.

Freu dich schon drauf, ich jedenfalls tu’s.

Von Herzen,

Sabine

P.S. Ein Buchtipp zu den Rauhnächten: „Raunächte: Die zwölf heiligen Nächte“ von Christopher Weidner im Kopp-Verlag erschienen

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