Hausbesichtigung!

Hausbesichtigung!

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute möchte ich euch mein neues Buch vorstellen, das im April diesen Jahres erschienen ist. Es ist in Zusammenarbeit mit meinem lieben Kollegen Holger Faß entstanden.
 
Viel Freude bei diesem Einblick wünscht dir
Sabine
 
Aktuelle Veranstaltung:
23./24. Juni: Aufbau-Workshop Kartenlegen mit den mystischen Lenormandkarten; bei Interesse und Vorkenntnissen der Karten kannst du diesbezüglich mit mir Kontakt aufnehmen
 

 

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Das erste Haus
Was bin ich?
 
Waren Sie schon einmal in einem Zoo oder einem Tierpark? Oder haben Sie einmal einen Tierfilm über eine Tierart gesehen, die Sie noch nicht kannten? Dann kennen Sie sicherlich die Phase des Staunens über ein Tier, das man zum ersten Mal sieht und zu begreifen sucht. Ich stehe am liebsten erst einmal nur da und schaue. Wie sieht das Tier aus? Was strahlt es aus? Wie begegnet es mir? Wozu lädt es mich ein?
 
Da gibt es Tiere, die uns Respekt einflößen oder sogar Angst. Gefährlich wirkende Artgenossen wie vor Kraft strotzende Tiger oder grimmig dreinschauende Grizzly-Bären. Bunte, schillernde Tiere wie den Tukan, der uns mit einem großen buntgefärbten Schnabel in gelb, grün, rot und braun fasziniert. Niedliche Tierchen, die zum Streicheln einladen, wie Rehe und Erdmännchen. Tiere, die uns durch ihr Geschick und Können bezaubern, wie Seelöwen, die das Wasserelement kunstvoll beherrschen, oder Affen, die scheinbar schwerelos durch die Luft fliegen. Tiere, die uns dazu einzuladen scheinen, von ihnen und ihren Produkten zu profitieren, wie Schafe, Kühe, Esel und Lamas. Obwohl sich der Eindruck, den man auf den ersten Blick von einem Tier hat, zuweilen verändert, wenn man mehr über dieses Tier erfährt, bleibt doch immer etwas davon hängen. Wir lesen zwar, dass ein Malaienbär sich nur von wirbellosen Kleintieren, Nüssen und Früchten ernährt, aber so ganz verlieren wir unsere Scheu ihm gegenüber trotzdem nicht. Und auch wenn wir erfahren haben, dass Marder Raubtiere sind, behalten sie dennoch etwas von ihrer Niedlichkeit.
 
Genauso ist es mit unserem Aszendenten[1]. Wir sehen ihn vielleicht nicht unmittelbar, doch können wir ihn häufig intuitiv erspüren, wenn uns ein Mensch begegnet. Etwas an seiner Ausstrahlung verrät ihn. Es ist eine bestimmte Qualität der Begegnung, eine Einladung zu einer gewissen Art von Interaktion, die sich nicht immer direkt in Worte fassen, aber doch immer spüren lässt. Wenn Menschen zu mir in die astrologische Beratung kommen, beginne ich gern mit dem Aszendenten. Ich beschreibe ihn als eine Art Mäntelchen, das uns eine gute Fee bei unserer Geburt ins Bettchen gelegt hat. Wir tragen diesen Mantel ein Leben lang und laufen mit ihm herum. Doch nicht immer passt er uns direkt wie angegossen. Meist sind die Ärmel noch etwas zu lang, der Schnitt noch nicht ganz an unsere Figur angepasst. Es ist unsere Aufgabe, in diesen Mantel im Laufe unseres Lebens mehr und mehr hineinzuwachsen, ihn irgendwann völlig auszufüllen und gar nicht mehr als Mantel zu empfinden. Am Ende soll er eigentlich so etwas sein wie unsere zweite Haut.
 
Mit unserem Aszendenten erhalten wir also so etwas wie eine Aufgabe zugeteilt, die sich durch folgende Aspekte bemerkbar macht:
·        Andere nehmen uns in dieser Rolle wahr. Dies gilt insbesondere für Situationen, Menschen und Begegnungen, denen wir zum ersten Mal gegenüberstehen.
·        Wir selbst erfahren im Laufe der Zeit, dass wir auf eine bestimmte Art und Weise nach außen wirken. Die Rolle, die wir spielen, die Maske, das „Tier“, das wir nach außen hin symbolisieren, haben Einfluss auf alle anderen Lebensbereiche. Ein Pinguin kann nun einmal nicht in der Wüste leben oder fliegen. Wir erfahren den Aszendenten als Begrenzung und Herausforderung.
·        Wenn wir uns der Rolle, die wir spielen, des Mantels, den wir unweigerlich tragen, bewusst werden, können wir den Auftrag, der dahinter steht, schöpferisch mitgestalten. Je mehr wir uns mit diesem Mantel identifizieren und unsere Aufgabe annehmen, umso besser füllen wir unsere Rolle aus. Wir lernen die Welt durch ein bestimmte Art der Durchsetzung kennen.
 
Es gibt unzählige Überlebensstrategien im Tierreich. Elefanten haben ein Rudel- und Fluchtverhalten, wenn sie in bedrohliche Situationen geraten. Durch ihre massigen Körper und den Zusammenschluss der Gruppe wird ein möglicher Feind niedergerannt. Erdmännchen haben eine ausgeprägte Arbeitsteilung. Während die Gruppe frisst, und somit angreifbar wird, hält immer einer von ihnen Wache. Geparden sind anderen Raubkatzen kräftemäßig unterlegen. Sie gleichen das durch ihre Geschwindigkeit aus, die raschen Jagderfolg und schnelle Fluchtreflexe mit sich bringt. Unser Aszendent ist auch gleichzeitig unsere Überlebensstrategie; wenn wir ihm folgen, werden wir nicht so schnell gefressen und erfahren größtmögliche Sicherheit in einer ungewöhnlichen oder gar bedrohlichen Situation.
 
In gewisser Weise leben wir unseren Aszendenten ganz instinktiv. Er dient uns zur Überlebenssicherung, zum Fortkommen, zur Begegnung mit anderen, zum Einstieg in das Menschsein überhaupt. Er ist so etwas wie das Eingangstor zur Inkarnation. Doch es gibt noch eine tiefere Bedeutungsebene dieser Grundenergie, die unser Leben prägt. Wir können das Leben aus einer ganz bestimmten Perspektive verstehen lernen, wenn wir uns auf die Herausforderungen, die der Aszendent uns stellt, näher einlassen. Wir erfahren dann, wie es wirklich ist, eine Katze oder ein Zebra zu sein. Wir lernen die damit verbundenen Talente kennen, die Lebensform, das Milieu, das uns gut tut. Wenn wir uns auf unseren Aszendenten wirklich einlassen, brauchen wir ganz bestimmte Begegnungen, machen wir bestimmte Erfahrungen und nehmen eine bestimmte Rolle in der Welt ein.
 
Fortsetzung folgt

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