Mond in Krebs

Mond in Krebs

11.12. nachmittags bis 13.12. nachmittags – Krebs-Mond

»Es gibt Tage, da wünschte ich, ich wär‘ mein Hund.« singt Reinhardt Mey, und vielleicht stimmst du ihm heute zu. Wie schön wäre es, sich einzukuscheln, zu schlafen, spazieren zu gehen, gefüttert und gestreichelt zu werden, ohne Verantwortung, ohne Verpflichtung…

Falls du niemanden findest, der dich heute bemuttert, tu es einfach selbst oder sei die Mutter, die du dir wünschst – für deine Kollegen, für deinen Mann oder deine Frau, deinen Freund, deine Kinder, ja oder für dein Mutter. Nutze die Gelegenheit, mit einem Mitglied deiner Familie Kontakt aufzunehmen, eine alte Geschichte zu klären, jemandem zu vergeben, dich zu versöhnen. Wolltest du nichts längst mal wieder deine alten Fotos sortieren und die Briefe deines Jugendfreundes lesen, in deinem Tagebuch schmökern, das du vor 15 Jahren geführt hast? Erinnerungen an Vergangenes sind heute besonders präsent und bringen längst vergessen geglaubte Gefühle zum Vorschein. Ob es nun Wut ist oder Angst, Traurigkeit oder Freude, lass deinen Gefühlen freien Lauf, befreie sie aus dunklen Kellern und gib ihnen eine Form, einen Ausdruck, einen Namen. Du wirst dich leichter fühlen und mehr du selbst.

Unternimm eine Phantasiereise zu deinem inneren Kind, dem kleinen Jungen oder dem kleinen Mädchen, das du früher einmal warst. Worüber hat es sich gefreut, was hat es verletzt? Wann fühlte es sich einsam und verlassen? Nimm dein inneres Kind in den Arm, gib ihm einen Platz in deinem Herzen und versprich ihm, es niemals im Stich zu lassen, immer auf es zu achten.

Nimm dir heute Zeit für eine Innenschau. Leugne deine sensible, gefühlsbetonte und wechselhafte Seite nicht, denn das wäre nur ein Versuch, sich vor dir selbst zu verstecken. Jeder Wechsel, jede Veränderung ist nötig, damit das Leben weitergeht. Alles vollzieht sich in Zyklen. Bekomm ein Gespür für das zyklische Geschehen in der Welt und in dir selbst, dann wirst du nicht länger überrumpelt, dann spürst du, was sich anbahnt. Wenn du deine innere Verbindung zum Kreislauf, zum Fluss des Lebens verlierst, dann äußert sich das unbewusst nach außen als Launenhaftigkeit, die dich scheinbar hilflos den wechselhaften Umständen ausliefert.

Wenn du dich heute durchsetzen musst, peile dein Ziel ein wenig von der Seite an. Der direkte Weg führt heute nicht unbedingt am schnellsten zum Ziel – ein paar Umwege, ein paar Seitenarme bringen dich unter Umständen leichter voran. Ein klares »Nein« stößt heute wahrscheinlich auf weniger Verständnis als ein taktisches »Jein«. Passiver Widerstand und geduldige Stärke sind heute die Zauberworte. Aber pass auf, dass du dich nicht zu weit hervorwagst – die Welt ist kälter als sonst und du bist schutzbedürftiger. Nimm zumindest deine Schmusedecke mit, wenn du ausgehst…

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